der weg ins licht

Bild - Das leere Grab - Der Weg ins Licht / Mischtechnik / 150-210 cm
Martin Burchard Tübingen, 2011

www.atelier-burchard.de
 

Der Weg ins Licht

Es muss verstörend gewesen sein.
Im fahlen Schein der ersten Morgendämmerung kommen die Frauen zur Grabhöhle.
Das Grab - ist leer.

Sie fassen es nicht. Was ist geschehen?
Der Engel ruft ihnen zu: „Fürchtet euch nicht!
Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht.
Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht die Stätte, wo er
gelegen hat“
(Matthäus 28, 5-6).

Dies ist der erste Augenblick wo das tiefe Mysterium der Auferstehung der Schöpfung einen neuen Anfang schenkt. Die Frauen sind voll Furcht und Freude. Sie beginnen zu ahnen, was Jesus meinte als er sagte: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben“
(Johannes 8, 12).

Den Augen des Glaubens bleibt das leere Grab
kein schwarzes Loch, das alles Leben verschlingt. Vielmehr geht von ihm strahlender Glanz aus.
Glanz, der einen Weg weist, wenn auch das Ziel
(noch) im Geheimnis bleibt.

Christi Auferstehung besiegelt ein für alle Mal die göttliche Verschränkung von Licht und Finsternis, um die schon der Psalmbeter wusste: „Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein, so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht“
(Psalm 139, 11-12).